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Allein auf weiter Flur

Am Abend des 28. Februar dieses Jahres sitze ich in unserer kleinen Marktleuthener Küche vor meinem IPad und kann beim Betrachten der Tagesschau weder meinen Augen noch Ohren trauen. Kurz davor ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor laufenden Kameras von Donald Trump und seinem Vize JD Vance provoziert und gedemütigt worden. Außer mir ist auch die ganze europäische Welt in heller Aufregung.

 

Erschüttert lese ich in den darauf folgenden Tagen auf Facebook Reaktionen meiner ukrainischen Freunde zum Eklat. Zum Beispiel noch am gleichen Abend das kurze Statement eines sehr beliebten Krimiautoren aus Sumy, der seit längerem an der Front dient: "Ich habe zum ersten Mal bedauert, dass ich damals nicht für Selenskyj gestimmt habe." Ich übersetze fieberhaft neu entstehende Gedichte, doch nicht so schnell, wie die Ereignisse sich entwickeln.

 

Eine Auswahl der Gedichte zum Thema stelle ich Euch heute vor. Da ich seitdem sowohl in meiner geliebten Heimat Oberfranken und im Sprengel der Gesamtkirchengemeinde Herzberg-Lindow unterwegs war, habe ich zur Auflockerung Fotos aus beiden Regionen eingeschoben, und zwar vom Kloster Lindow, vom Herzberger Luchweg, vom Marktleuthener Steinbruch und vom Porzellan Outlet Selb am Philipp-Rosenthal- Platz.

 

Großartig. wie jemand nach einer so erschreckenden Nachricht ein geschliffenes, fünfstrophiges Gedicht verfassen kann! Ich finde, der Dichterin Olya Bilchuk  merkt man in der Wortwahl deutlich an, wie sehr sie an besagtem Abend unter Schock steht:

 

 

Zweifellos ist doch etwas zerbrochen.

Geht nun zum Äußersten die Welt?

Grausamkeit immer und überall, es fehlt das Mitgefühl.

Hinter sich ließ der Verstand die rote Linie … 

 

Aber dreht denn wirklich die Achse den Planeten?

Oder ersetzt den Tag die eiskalte Nacht.

Der Krieg zieht uns hinein in sein Netz …

Und mit der Not verbleiben wir Aug in Auge …

 

Und das ist ja längst nicht einfach nur Zufall …

Die Wahrheit ist wirklich bitter genug.

In Lügen wird das Gewissen immerzu fehlen.

Die Finsternis hat den Verstand verschluckt …

 

Dreht denn die Achse den Planeten noch?

Irgendwie weiter leben, dann kann ich´s begreifen,

Wenigstens eine Rakete in drei Dimensionen.

Mit ihren Koordinaten in Richtung M$skau.

 

Ich vertrau nicht der Stärke der Diplomaten.

Leer bleiben die Worte der Politiker.

Es gibt die Zielgenauigkeit der Maschinengewehre.

Gott ist im Himmel! Lobpreis sei Ihm …

 

 

Olya Bilchuk

28.02.2025

 

Anmerkung der Übersetzerin: Das Zeichen im Eigennamen Moskau wurde von der Autorin mit Bedacht gesetzt. Der Algorithmus reagiert in ukrainischen Texten aggressiv auf bestimmte Reizworte. Das führt dazu, dass Autoren, die solche unverschlüsselt verwenden, vom Netzwerk gesperrt werden.

 

 

Напевно щось таки зламалось.

Чи світ доходить до межі.

Жорстокість скрізь відсутня жалість.

Розум покинув рубежі...

 

Чи крутить вісь таки планету?

Чи змінить день холодна ніч.

Війна затягує в тенета ...

І ми з бідою віч на віч ...

 

І це не просто випадковість ...

Правда доволі є гірка.

В брехні завжди відсутня совість.

Розум поглинула пітьма ...

 

Чи ще покрутить вісь планету.

Як би ще жити , то збагну.

Хоч би тривимірну ракету.

Координати на мо$кву.

 

Не вірю в силу дипломатів.

Пусті політиків слова.

Є чіткий відлік автоматів.

На небі Бог ! Йому хвала ...

 

28 лютого 2025

Оля Більчук

 

 

 

 

Mitte 20 ist die Dichterin Zoryana Franchuk, die vor einigen Jahren ihre Mutter verloren hat. In ihrem Gedicht berührt mich der Kampf von Ungewissheit, Schmerz und Zuversicht.

 

 

Nimm all meine Trauer mit, oh Meer,

Nimm in die Arme mich, in deine Bläue.

Möge auf ewig uns doch der Kummer verlassen.

Nehme doch Abstand von uns der schwarze Schatten.

 

Müde die Augen, Luftalarm, schmerzende Sorgen,

Wie um Jahrhunderte ist mir die Seele ergraut.

Ich bin doch noch jung … wird all das weitergehn?

Inständig bitte ich - hör auf doch, du Krieg.

 

Ach hörst du es, Meer? Die Wunden werden verheilen,

Über dir geht die Sonne noch auf.

Unser Staat wird ein freier Staat werden,

Der Feind, der verfluchte, muss endlich zu Boden geh´n.

 

Ich werde kämpfen, und du, ach, halte du uns,

Erhebe die blau-gelben Flaggen weit in die Luft.

Nun aber ist noch die Zeit, zu beten,

Damit zur Einsicht gelangen all unsere Feinde …

 

Zoryana Franchuk

1.03.2025

 

 

 

Забери всю печаль мою, море

У обійми візьми в свою синь.

Хай навіки покине нас горе.

Хай відійде від нас чорна тінь.

 

Сонні очі, тривога, печалі,

На душі мов віків сивина.

Молода ще… чи будуть ще далі?

Я благаю — скінчися, війна.

 

Море, чуєш? Загояться рани,

Над тобою ще сонце зійде.

Стане вільною наша держава,

Клятий ворог у землю піде.

 

Я боротимусь, ти тримай нас,

Синьо-жовті здіймай стяги.

Ну а поки молитися час,

Щоб прозріли усі вороги ...

 

Зоряна Франчук

1.03.2025

 

 

 

 

Die Dichterin Orysya Kasprova knüpft mit der ersten Zeile ihres Gedichts an den Satz an, der neulich Vorgabe für einen Literaturwettbewerb war und verbindet ihn geschickt mit den aktuellen Ereignissen. Ich finde, ihr Gedicht ist ein eindrückliches Beispiel von natürlicher Widerstandskraft.

Es wurde kurz darauf von einer Leserin vertont. Als Lied anhören könnt Ihr es hier:

 

https://youtu.be/ce0uJ7inCNc?si=mWAID9Jdg6cojJM6

 

 

 

 

Bis auf den Grund die Seele geängstet,

Verberg meine Tränen ich vor der Welt.

Nachts kommt es vor, dass sie mich ersticken,

Doch am Morgen aus Wunden wie Blumen erblüht´s.

 

Ich empfange sie immer wieder von neuem,

Als Schmetterling fliege ich auf zum Licht,

Im Eichenwalde such´ ich das Glück,

Um meine Flügelchen zu wärmen irgendwie.

 

Bis auf den Grund die Seele geängstet

Beklage ich über mein Schicksal mich nicht.

Unbeirrt schreite ich weiter nach vorne

Zum Trotze der Höllenverbrecherbande,

 

Der Ängste, des Unangenehmen des Lebens.

Einen Pfad nach dem andern bezwinge ich -

Verlockungen, so viele währen nur kurz.

Süße Verführung … Werde ich durchhalten?

 

Orysya Kasprova

2.03.2025

 

©️ #Орися_Касппрова

 

 

 

 

 

 

До дна вивертаючи душу,

Ховаю я сльози від світу.

Ночами, буває, що душать,

А ранки — мов квіти розквітлі.

 

Стрічаю їх знову і знову,

Метеликом лину до світла,

Шукаючи щастя діброву, —

Щоб крилоньки якось зігріти.

 

До дна вивертаючи душу,

Я долю свою не картаю.

Іду уперед непорушно

Супроти пекельної зграї

 

Страхів, негараздів життєвих.

Долаю тропу за тропою —

Чимало приманок миттєвих,

Спокус найсолодших... Чи встою!?

 

02/03/2025

 ©️ #Орися_Касппрова

 

 

Nina Arendar lebt im Oblast Tschernihiv, wo sie vor drei Jahren die Invasion der Russen hautnah erlebte. Unzweifelhaft rufen die Frühlingswochen daher bei ihr traumatische Erinnerungen wach. Am 1. März ist es in der Ukraine üblich, einander zum Frühlingsanfang zu gratulieren, der helle und frohe Gefühle hervorruft. Wie kann das mit einem zerrissenen Herzen gelingen?

 

 

Zu guter Letzt kam er, so schmerzerfahren, so bedrückt,

Im schneegeflickten, im gestickten Trauerhemd.

Der Frühling, ausgezehrt von schweren Kämpfen,

Er singt in uns´rer Zeit längst nicht mehr so, wie früher.

 

Er warf sich über den alten Umhang, den vorjährigen.

Gebeugt, bucklig vor Kälte, warten noch die Bäume.

Ob Vogelsang oder ein Frühlingsweinen

Oder die Märzmelancholie irgendwo wimmernd klagt …

 

Die Tränen, unaufhaltsam, der gequälten Dächer.

Sei´s Schnee, sei´s Regen, sei´s Sprühregen, der nicht enden will …

Oh Welt, oh Welt! Wie konntest du es wagen,

Dass klagte so und weint´ ein Frühlingstag?

 

Nina Arendar

02.03.2025

 

 

Прийшла нарешті, зболена, сумна,

В полатаній снігами сорочині.

Змарніла від боїв тяжких, весна

Вже не співає, як раніше, нині.

 

Накинула старий торішній плащ.

Від холоду ще згорблені дерева.

Чи спів птахів, чи то весняний плач,

Чи то жура десь квилить березнева …

 

Нестримні сльози зморених дахів.

Чи сніг, чи дощ, чи нескінчéнна мряка ...

О світе, світе! Як же ти посмів,

Щоб день весняний так тужив і плакав?

 

Ніна Арендар

02.03.2025

 

 

Nicht auszudenken, wenn ein Elefant durch den Porzellanladen trampelt und das diplomatische Parkett ungeniert mit Scherben übersät!

Als ich mir vor ein paar Tagen die Aufnahme des Gesprächs im Oval Office vollständig ansah, wurde ich den Eindruck nicht los, dass alles ein abgekartetes Spiel war. Darauf deutet aus meiner Sicht der Einwurf eines Journalisten hin, der meine ukrainischen Freunde sehr erbost hat: Er fragte, warum Selenskyj nicht im Anzug erschienen sei. Selenskyj antwortete schlagfertig, einen Anzug werde er tragen, wenn der Krieg vorbei ist. Vielleicht einen besseren Anzug "als Sie", vielleicht aber auch einen etwas bescheideneren.

 

Dass er seit Beginn des vollumfänglichen Angriffskrieges in der Öffentlichkeit nur im Militärlook zu sehen ist, ist für die zahlreichen Verteidiger des Landes ein Ausdruck von Solidarität, die ihm hoch angerechnet wird.

Ich habe die Ukraine als ein Land erlebt, in dem sehr viel Wert auf Etikette gelegt wird. Elegante Kleidung wird als Zeichen dessen betrachtet, dass man seine Würde wahrt. Das feine Kleid bzw. der Anzug wird gehegt, da man sich oft nicht mehrere leisten kann. Umso stärker ist das Signal an die Bevölkerung, dass der Präsident nicht als selbstverliebter Pfau in der Welt unterwegs ist, sondern in ständiger Verbundenheit mit seinem angegriffenen, gepeinigten Volk. Und umso unerhörter der Vorwurf, er sei den ausländischen Partnern gegenüber nicht dankbar genug.

Zum Thema "Anzug" habe ich mehrere Gedichte gefunden.

Lest zunächst das von Tetyana Sapohova:

 

 

Gott schaut nicht auf die Kleidung,

Bloß das Herz ist, was ihn interessiert

Ob du im Anzug kommst, oder in Lumpen,

In Reichtum, oder in ständiger Not.

 

Was gabst du der Erde, und auch den Menschen,

Dass du mit Schande dein Herz nicht befleckst.

Dass deine Freunde du nicht im Stich lässt,

Noch dem Verderben den Andern gibst preis.

 

Das ist das Wichtigste auf der Welt,

Was für ein Herze du in dir trägst.

Was für ein Leben könntest du führen,

Wenn von dir wiche die spürbare Güte.

 

Den Anzug zieht man nicht allen mehr an,

Wenn´s Zeit dann wird, zu treten vor Gott.

Dort wird man nicht schauen auf deine Kleidung.

Wertvoll ist dort dann nur noch dein Herz.

 

Tetyana Sapohova

2.03.2025

 

 

Бог не подивиться на одяг,

Його цікавить лиш душа.

В костюмі ти, або в лахміттях,

В багатстві, чи завжди нужда.

 

Що дав землі, а також людям,

Чи свою душу не зганьбив.

Не зраджував своїм ти друзям,

Чи іншу душу не згубив.

 

Це саме головне на світі,

Яка уже в тобі душа.

Яке життя ти зміг прожити,

Чи йшла з тобою доброта.

 

Костюм не всім вже одягають,

Коли до Бога йти пора.

На одяг твій там не зважають,

Там цінність є твоя душа.

 

Тетяна Сапогова

2.03.2025

 

 

Die Aufnahme vollendeter Arbeit des Marktleuthener Bibers lässst mich sehr an des Kaisers neue Kleider  denken: Alles Zierwerk fehlt, nur Standort und Substanz sind noch zu erkennen. Ich könnte mir vorstellen, dass auch Yuliya Ilinska Drahan das Märchen von Hans Christian Andersen beim Verfassen ihres Gedichtes im Hinterkopf hatte. Denn sowohl die Märchen der Gebrüder Grimm als auch die Andersen-Märchen werden in der Ukraine gerne gelesen.

Mit ihrem Gedicht machte sie Furore: Es wurde auf Facebook 17,7 Tausend Mal geteilt und fand auch mehrere spontane, gereimte Fortsetzungen von anderen Autoren. Zwei davon habe ich zwar übersetzt, aber die Autorinnen nicht erreicht, so dass ich ihr Einverständnis zur Veröffentlichung nicht einholen konnte. Daher im Folgenden nur das ursprüngliche Gedicht der Autorin:

 

 

 

 

Im Weißen Hause, im Oval Office,

Zusammenkunft klassischer Anzüge, vieler.

Es saß gegenüber ein Mann in Gedanken,

Militärfleece statt Anzug, aus gutem Grund …

 

Die Anzüge wedelten mit ihren Ärmeln,

Erhofften sich Märchenshow, Sensation, Drama!

Aus leeren Krägen flogen die Fragen -

Sie wünschten Gefühle, wünschten sich Aufruhr!

 

An ihnen leuchteten drohend Krawatten,

Blähten stilvoll sich auf, aufgenähte Gehälter!

Die Summe ließ einer der Anzüge hören:

“Was bist du ohne uns, denk nach, Anzugloser!

 

Täubchen, hätten wir nicht dir Waffen gegeben …”

Und er stampft´ mit dem Hosenbein, dem wirklich leeren.

Ein Sturmwind pfiff durch die Ärmel, durchs Futter,

Der Diamant blitzt´ auf roter Krawatte.

 

Ihm gegenüber saß der Mann ohne Anzug

Im Militärfleece, tief in Gedanken …

 

Yuliya Ilinska Drahan

2.03.2025

 

 

У Білому домі, в овальному залі,

Багато класичних костюмів зібралось.

Навпроти сидів чоловік у задумі,

У флісці військовій. Чомусь без костюма...

 

Костюми розмахували рукавами,

Бажали сенсацій, фієрії, драми!

З пустих комірців вилітали питання —

Бажали емоцій, бажали повстання!

 

Погрозливо в них майоріли краватки,

Напнулися стильні, нашиті заплатки!

Один із костюмів озвучував суми:

—Та хто ти без нас, безкостюмний, подумай?

 

Якби не дали тобі , голубе, зброю...,—

І тупнув штаниною, звісно ж пустою.

Свистів вітруган в рукавах і підкладці,

Блищав діамант на червоній краватці.

 

Навпроти сидів чоловік без костюма

У флісці військовій, в глибокій задумі...

 

Юлія Ілінська Драган

2.03.2025

 

 

Und zum Schluss das großartige, schmerzvolle Gedicht einer meiner Lieblingsdichterinnen, Tamara Iwus. Mit dem Begriff "Garanten" nimmt sie Bezug auf das Budapester Memorandum von 1994, in dem die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Russland (!!!) sich verbindlich verpflichteten, die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine in ihren Grenzen (selbstverständlich einschließlich der Krim und des Donbas) zu schützen.

 

Gut, dass Europa nun endlich aufwacht und Maßnahmen ergreift ...

Gott schütze und segne die Ukraine!

 

 

Unseren Sicherheitgaranten

 

 

Mit welchem Maße, Amerika, misst man das Unheil?

Entsinnst du dich seines Preises?

Dort bei dir ist es ruhig und friedlich,

Die erste Geige spielst du, in Führung.

 

Der Krieg zweier Rosen - liegt in der Vergangenheit?

Sind die blutigen Gräuel vergessen?

Euer Gedächtnis schlief nicht etwa ein,

Jemands Vergnügen zuliebe?!

 

Von drei Ozeanen schützend umgeben,

Spürst du den wirklichen Inhalt nicht.

Empfiehlst das Szenario eines Dramas

Für einen anderen Kontinent.

 

Mit Forderungen des „Friedenspaktes“

Möchtest du wem Genüge tun?

Dem Genre gemäß, im letzten Akte

Schießt los dann die Waffe … Das ist Dir bekannt.

 

Oh, du mächtiges, du großes Land, du,

Du Staat mit Gesetzen, verlässlich wie Eisen,

Unter geht deine Demokratie

Und es weinen

    die Deinen,

        George Washington

           und seine Nachfolger!

 

Tamara Iwus, Spontangedicht

7.03.2025

 

 

Гарантам

 

Почім фунт, Америко, лиха?

Ти ціну йому пам'ятаєш?

У тебе там мирно і тихо,

На скрипочці лідерства граєш.

 

Війна двох троянд -- у минулім?

Забулись жахіття криваві?

Невже ваша пам'ять заснула

Заради чиєїсь... забави?!

 

Закутана в три океани,

Не чуєш реалій контенту.

Сценарій прописуєш драми

Для іншого ти континенту.

 

Умовами "мирного пакту"

Кому догодити бажаєш?

За жанром, в останньому акті

Рушниця стріляє... Ти ж знаєш.

 

Могутня, велика країно,

Державо залізних законів,

Твоя демократія гине,

І плачуть

    твої

        вашингтони.

 

Експромт

07.03.2025

©Т. Івусь

Тамара Івусь

 

 

 

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